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Ein (Welt)bestseller entsteht





„Wir arbeiten schon seit über drei Jahrzehnten mit dieser Methode bei der Behandlung von frühkindlichen Bewegungsstörungen und haben sehr viele Erfolge vorzuweisen, sagte unser Kunde, aber …“ Es war wieder mal dieses berühmte ‘Aber’.

„Aber wir haben, abgesehen von Fachbüchern, sehr wenig schriftliches Material mit dem wir unsere Therapie vor allem den Eltern der betroffenen Kinder leicht verständlich erklären könnten. Dies ist jedoch sehr wichtig, damit sie überzeugt sind und die Therapie konsequent durchführen’, erklärte er uns weiter. Nur das Problem ist, dass keiner von ihnen die Zeit hätte, so etwas zu schreiben. Wie könnten wir da weiterkommen?

Wir vereinbarten, dass wir zuerst nach jemandem suchen werden, der den Text für eine Infobroschüre schreiben kann. Es musste ein Journalist/eine Journalistin sein, die aus dem Medizinbereich kommt, damit er/sie mit den Fachbegriffen klarkommt und selber versteht, was in der Therapie passiert. Wir hörten in unserem Netzwerk um und bald war sie gefunden: eine Journalistin, zu deren Kernkompetenzen medizinische Themen gehören.

Es gab ein erster gemeinsames Treffen mit dem Kunden, die Chemie stimmte und das Projekt ging los. Durch Interviews und Lesen machte unsere Journalistin sich mit dem Themenbereich bekannt, fertigte ein Konzept für den Aufbau der Broschüre und fing an, denText zu schreiben. Nach manchen erneuten Begriffserklärungen und Verständnisvergewisserungen war die erste Version des Textes fertig.

Auf der Kundenseite las die erste Person den Text, fand ihn gut, aber hatte doch hier und da einige Verbesserungen. Die zweite Person las den Text und änderte ihn in einigen anderen Punkten. Die dritte Person bekam den Text auf seinen Schreibtisch und änderte einige Korrekturen zurück und fügte Änderungen in der Gliederung der Broschüre ein.

Unsere Medizinjournalistin fügte die Änderungen in den Text ein und achtete dabei sorgsam darauf, dass der Text beim Hin- und Herschieben seine Logik nicht verliert und immer lesbar bleibt. So ging es einige Male hin und her. Am Ende war die Infobroschüre fertig und wurde 2.000mal gedruckt.

In null komma nix war die Broschüre vergriffen, sie wurde unserem Kunden buchstäblich aus den Händen gerissen. Also bestellte er eine neue Auflage, diesmal 10.000 Stück.

– Stop, halt, überlegen Sie noch einen Augenblick, sagten wir dann, wie wäre es, wenn Sie für die Broschüre eine kleine Schutzgebühr erheben würden? Es ist nicht unüblich, und bei dieser Beliebtheit könnten Sie es gut machen. So können Sie die Herstellungskosten rückfinanzieren. Nach einiger Überlegung willigte der Kunde ein – und auch die zweite Auflage war bald aufgebraucht und musste nachgedruckt werden.

Inzwischen kamen immer neue Nachfragen nach der Broschüre auf Englisch, Schwedisch, Tschechisch usw. an. Eine Sprache nach der anderen bekam ihre Übersetzung und inzwischen sind über 150.000 Exemplare der Broschüre in 13 Sprachen gedruckt worden, darunter auch Russisch, Koreanisch und Japanisch.

Die Infobroschüre ist so ein echter Bestseller geworden!

 

 

 

 

 

 

 




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