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MTM – von Anfang an richtig!





Je mehr Teilnehmer, desto höher die Anforderungen an eine funktionierende Kommunikation. Ein Musterbeispiel dafür ist die deutsche MTM-Organisation, die mit dem Methods-Time Measurement das weltweit führende Zeitmanagement- und Arbeitsgestaltungssystem   anbietet. Vier eigene Funktionseinheiten an unterschiedlichen Standorten und ca. 500 Partnerunternehmen müssen auf dem Laufenden gehalten werden. Eine erfolgreiche Schlüsselrolle spielt dabei ein bewährtes Instrument der Unternehmenskommunikation: das eigene, gedruckte Infomagazin.

Mit hanseatischer Zurückhaltung weist nur ein kleines Schild am Zaun darauf hin, dass in der schmucken Altbau-Villa Nr. 352 an der feinen Hamburger Elbchaussee die Deutsche MTM-Vereinigung ihren Sitz hat. Auch ihr Geschäftsführer Dr. Hans Fischer neigt zum Understatement, wenn er diese Bezeichnung mit einem „wissenschaftlich-technischem Verband, der sich um Arbeits- und Prozessgestaltung kümmert“, erklärt. Tatsächlich gilt MTM als erfolgreichstes Zeitmanagement- und Arbeitsgestaltungssystem der Welt.

Der Grundstein wurde Anfang des letzten Jahrhunderts u.a. vom amerikanischen Wissenschaftler Frank Bunker Gilbreth gelegt. Er sah Maurern bei der Arbeit zu und stellte fest, dass jeder unnötig Kraft vergeudete. Auf der Suche nach der optimalen Arbeitsmethode begründete Gilbreth das Bewegungsstudium: Er filmte Arbeiter und ließ parallel einen Zeitmesser mitlaufen. Nach seiner Theorie lassen sich alle menschlichen Bewegungen auf 17 Grundbewegungselemente, sogenannte „Therbligs“, zurückführen. Danach wäre die optimale Arbeitsmethode diejenige, die nur dem Arbeitsfortschritt dienliche Therbligs umfasst. Damit hatte Gilbreth die Basis für die Entwicklung des MTM-Verfahrens gefunden. 1926 gelingt es Asa B. Segur, den Therbligs Zeitwerte zuzuordnen und so Bewegungsabläufe quantitativ zu bewerten. Und er beweist: Wenn Menschen mit gleicher Geschicklichkeit, gleichen Fähigkeiten und gleicher körperlicher Beanspruchung eine Arbeit verrichten, ist die benötigte Ausführungszeit von der angewendeten Methode abhängig – die Methode bestimmt die Zeit.

1940 entwickelten dann die amerikanischen Forscher Herold Bright Maynard, John L. Schwab und Gustave James Stegemerten die Grundlagen des MTM. Sie filmten überall in den USA Beschäftigte unterschiedlicher Fertigungsbereiche bei der Arbeit und entschlüsselten dadurch elementare Hand- und Fingerbewegungen sowie Blickfunktionen. Als später auch Körper-, Bein- und Fußbewegungen folgten, waren alle Grundbewegungen definiert. Durch die Orientierung ihres Systems am Leistungsvermögen durchschnittlich geübter Arbeiter konnte das Trio erstmals eine menschliche Normleistung definieren und schon 1943 durch die Neukombination der Bewegungselemente effektivere Arbeitsmethoden entwickeln. 1948 erscheint ihr Buch „Methods-Time Measurement“.

1951 wird in New York die „U.S. MTM Association for Standards and Research“ gegründet. Heute umspannt die Organisation Repräsentanzen in über 20 Ländern und ist seit 1962 auch in Deutschland vertreten. Mittlerweile optimieren hier ca. 500 Unternehmen, darunter viele namhafte Konzerne, mit diesem Verfahren ihre Produktionsabläufe. Unterstützt werden sie von vier MTM-Standorten mit unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen. Die MTM-Vereinigung hat in diesem komplexen Verbund eine Schlüsselrolle, denn sie ist u.a. zuständig für die Kommunikation: für den Informations- und Erfahrungsaustausch innerhalb der MTM-Organisation, aber auch als Marketinginstrument für die Kontaktpflege zu den Partnerunternehmen und zur Akquisition von Neukunden. „Unsere Produkte sind sehr erklärungsbedürftig“, sagt Dr. Hans Fischer, „deswegen stellen wir die notwendige Kommunikationsqualität mit unterschiedlichen Ansätzen sicher.

Eine sehr wichtige Rolle spielt dabei unser Info-Magazin MTMaktuell.“ Für ihn ist ein klassisch gedrucktes Medium keinesfalls unmodern, sondern ganz im Gegenteil ein unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmenskommunikation: „Wenn es darum geht, Informationen kompakt, attraktiv, leicht zugänglich und unkompliziert handhabbar darzustellen und zu verbreiten, ist die gedruckte Form für mich nach wie vor ideal.“

Für die Realisierung hat MTM eine gut funktionierende Arbeitsteilung gefunden: Ein eigener interner Redakteur kümmert sich um die Inhalte, Müller & Partner ist für Gestaltung und Produktion zuständig. Dr. Fischer höchstpersönlich übernimmt die Schlussredaktion – ein deutlicher Beleg für den hohen Stellenwert von MTMaktuell. Das inzwischen im zehnten Jahrgang erscheinende Heft erfüllt in der Tat eine Vielzahl wichtiger Aufgaben.

Das Magazin, das bei aller Informationsdichte auch auf gute Lesbarkeit und ein gewisses Maß Unterhaltung setzt, verfügt zudem als integraler Bestandteil einer abgestimmten Kommunikationspolitik über „Schnittstellen“ zu den digitalen Medien: Leser, die zu bestimmten Themen nähere und weiterführende Informationen wünschen, finden diese mit entsprechenden Hinweisen auf der MTM-Website.

MTMaktuell erscheint viermal jährlich. Frühere Publikationen erschienen nur unregelmäßig, was sich für eine effiziente Kundenansprache und -bindung als nicht ausreichend erwies. Der jetzige Erscheinungsturnus hat sich als guter Mittelweg zwischen Regelmäßigkeit und Aktualität der Information bewährt. Für alle, die ein vergleichbares Projekt angehen wollen, hat Dr. Fischer noch weitere Tipps: „Wir meinen, dass so ein Medium im Kommunikations-Mix nicht fehlen darf. Aber es erfordert auch einen gewissen personellen, logistischen und finanziellen Aufwand und muss nachhaltig produziert werden können – nichts ist schlimmer, als wenn so ein Projekt nach kurzer Zeit vernachlässigt oder sogar wieder beendet wird.“ Deswegen sollte das Medium möglichst als Chefsache behandelt werden. Man müsse zudem einen Hauptverantwortlichen festlegen, der zuverlässig und kompetent den redaktionellen Teil bewältige. Außerdem muss der gesamte Leitungskreis eingebunden werden, um sicherzustellen, dass das Wesen des Unternehmens und der Kern der Leistungen den Lesern vermittelt wird.

Die Kommunikation der MTM-Organisation ruht allerdings nicht allein auf dem Magazin und dem Internet. Intensive Ausbildungsprogramme für Mitarbeiter von Partnerunternehmen, in denen die MTM-Prinzipien weitervermittelt werden, sind eine weitere Basis. Außerdem überprüfen interne Gremien kontinuierlich, ob die Leistungen eine optimale Betreuung der Kunden darstellen; und sie verarbeiten, komprimieren, verallgemeinern und verbreiten die Erfahrungen aus der täglichen Arbeitspraxis der Partner. Zweimal jährlich finden zudem große Veranstaltungen für den Erfahrungsaustausch zwischen MTM, Kunden und interessierten Unternehmen statt. Wer sein Brot mit Arbeitsoptimierung verdient, ist offensichtlich auch in der Lage, selbst bei schwierigen Gemengelagen ein funktionierendes Kommunikationskonzept zu unterhalten.

Gerald Langeloh, freier Journalist
Dr. Hans Fischer, Geschäftsführer Deutsche MTM-Vereinigung e.V.

Das MTM-Infomagazin MTMaktuell erscheint viermal jährlich mit einer Auflage von 8.000 Exemplaren und einem Seitenumfang von 36 Seiten.

Weitere Informationen:
Deutsche MTM-Vereinigung e.V., Hamburg




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